Brand Guardian
Rechtsanwalt · Zierhut*IP
Seit über 20 Jahren an der Seite starker Marken
Chris Zierhut legt sich seit über 20 Jahren für Performance- und Luxury Brands ins Zeug und gibt alles dafür die Markenleistung zu steigern.
Von Baby Born®, Frisbee® und der Künstlerin Frida Kahlo, über sklavisch nachgeahmte Fahrzeugteile bis hin zu Modellcouture
und der Künstlerin Frida Kahlo. Comic-Superhelden und die Rechteinhaber von Formel 1- und MotoGP-Weltmeistern haben ihn beauftragt.
PERSÖNLICHE POSITIONIERUNG
Ich habe nie Marken als juristische Konstrukte betrachtet.
Sondern als Ausdruck unternehmerischer Haltung.
Mich interessieren nicht Fälle.
Mich interessieren Strukturen.
Wie entsteht Preisprämie?
Wie bleibt Exklusivität kontrollierbar?
Wie setzt man international ein Zeichen, ohne Lautstärke zu erzeugen?
Meine Arbeit beginnt dort, wo klassische Abmahnlogik endet.
Ich arbeite bewusst selektiv.
Mit Unternehmen, die langfristig denken und internationale Märkte strategisch steuern.
Markenschutz ist für mich keine Verteidigungshandlung.
Er ist Teil der Markenarchitektur.
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Substanz braucht keine Bühne.
Sie braucht Konsequenz.
Chris Zierhut
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Brand Guardian
Rechtsanwalt · Zierhut*IP
Chris Zierhut
Strategic Brand Guardian
Christian Zierhut berät internationale Marken beim Schutz ihrer Identität, ihrer Designs und ihrer Marke. Seine Arbeit konzentriert sich auf Marken, deren Produkte weltweit begehrt sind – und deshalb besonders häufig kopiert werden.
„Einer von zehn ist wirklich kreativ. Die anderen neun kopieren.“ – Der Schutz solcher kreativen Leistungen ist der Kern seiner Tätigkeit.
In diesem Interview erklärt er, wie er Fälscher entlarvt – und warum sich ein Gespräch mit ihm lohnt.
(Dieses Gespräch entstand im Rahmen eines Interviews zur Arbeit im Marken- und Designschutz)
Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Marken- und Designschutz. Wie kam es dazu?
Ich komme aus einer Unternehmerfamilie. Bereits als Gymnasiast war ich für einen der Elektronikmärkte in der Größenordnung von Saturn und Media allein verantwortlich: Einkauf, Werbung, Personal. Schon früh habe ich erlebt, wie viel Arbeit, Mut und Kapital nötig sind, um ein Produkt oder eine Marke aufzubauen. Wenn andere diese Leistung kopieren, entsteht nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden – es ist auch eine Frage der Fairness. Das hat mich früh motiviert, mich mit dem Schutz geistigen Eigentums zu beschäftigen. Außerdem war ich fasziniert davon, wie man mit dem BGB – in seinen abstrakten, allgemein geltenden Normen – nahezu jeden Fall lösen kann. Das fand ich faszinierend. Das Jurastudium war nur logisch.
Was treibt Sie an?
„Einer von zehn ist wirklich kreativ.
Die anderen neun kopieren.
Meine Aufgabe ist es, den einen zu schützen.“
Mich fasziniert, wenn Unternehmen etwas Eigenständiges schaffen. Viele Menschen unterschätzen, wie selten echte Kreativität ist.
Umso wichtiger ist es, diejenigen zu schützen, die wirklich etwas Neues entwickeln.
Eine Anwalt-Aktiengesellschaft – ein ungewöhnlicher Schritt
2002 war das tatsächlich ein sehr unkonventioneller Schritt – wir waren die erste „Anwalt-AG“, die in München zugelassen wurde. Aber genau diese Struktur gab mir die Freiheit, meine Vision konsequent umzusetzen: unternehmerisch zu denken, innovativ zu arbeiten und eine Kanzlei zu formen, die mehr bietet als klassische Anwaltsstrukturen. Dass ich dafür mit dem 1. Platz der „BJU Young Entrepreneurs“ ausgezeichnet wurde, hat mir gezeigt, dass Mut und neue Wege sich lohnen – gerade in einem Bereich, in dem viele Kanzleien lange an alten Modellen festhalten.
Milestones
Ein früher Meilenstein war die Gründung von UNIcomp, einem der ersten Computer-Direktvertriebe in Deutschland. In vielen Universitätsstädten gehörten wir zu den Pionieren dieses Modells. Die unternehmerische Erfahrung aus dieser Zeit prägt meine Arbeit bis heute.
Sehr prägend war auch meine humanitäre Arbeit in Westafrika in Togo, Senegal und Gambia. Während der Ebola- und Corona-Krise stellte mein Unternehmen für Projekte der IOM und des Roten Kreuzes entwickelte Geräte zur Wasserdesinfektion zur Verfügung. Sie wurden in Feldkliniken, Krankenhäusern und an Flughäfen eingesetzt. Später erhielten wir sogar ein offizielles staatliches Mandat im Kampf gegen gefälschte Medikamente – ein Thema, das dort für viele Menschen lebensentscheidend ist.
Ein Moment aus meinen frühen Berufsjahren ist mir ebenfalls besonders in Erinnerung geblieben: Für einen kleinen deutschen Verlag standen wir einem großen Medienkonzern gegenüber – David gegen Goliath. Am Ende konnten wir den Fall gewinnen.
„Gegen Axel Springer zu gewinnen – das vergisst man nicht.“
Später durfte ich an Verfahren mitwirken, die gezeigt haben, welche Wirkung konsequenter Patent- Design- und Markenschutz entfalten kann. Für Unternehmen wie Rieger Tuning oder KW Automotive wurden ganze Lieferketten illegaler Nachbauten offengelegt und beschlagnahmt. Diese Erfolge waren ein Wendepunkt für die gesamte Branche. Rieger und KW haben damals den Mut gehabt, diesen Weg mit uns zu gehen. Das Ergebnis: Die Branche hat verstanden, dass Produktpiraterie Konsequenzen hat und bis heute wagt es kaum jemand sklavisch nachgeahmte Fahrzeugteile auf den deutschen Markt zu bringen. Es war nicht nur ein juristischer Sieg, sondern der Beweis, dass konsequenter Markenschutz neue Maßstäbe setzen und Märkte nachhaltig verändern kann.
Besonders spannend war auch die Zusammenarbeit mit Precisport, der Generallizenznehmerin von Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso und MotoGP-Legende Valentino Rossi. In diesem Umfeld stehen Marken für weit mehr als Produkte – sie sind emotionale Welten und globale Gemeinschaften. Markenschutz bedeutet hier vor allem, diese Identität zu bewahren.
Ein außergewöhnliches Projekt war außerdem das Mandat Ed Hardy, sicher eines der umfassendsten Anti-Piraterie-Programme Europas. Die Herausforderung war enorm: internationale Strukturen, digitale Märkte, weltweit koordinierte Netzwerke. Was daraus entstanden ist, war ein neues Verständnis davon, wie man Märkte analysieren, Störungen frühzeitig erkennen und komplexe Systeme nachhaltig bereinigen kann. Die internationale Dimension dieses Falls hat unsere strategische Arbeitsweise nachhaltig geprägt.
Heute betreuen wir internationale Marken aus ganz unterschiedlichen Bereichen – von Frisbee® über BABY born und Monchhichi bis zu Projekten rund um die Marvel-Superhelden von Stan Lee oder der Frida Kahlo Corporation.
Meine Arbeit begann Anfang der 2000er Jahre im Automotive-Bereich. Schon damals ging es um Marken, deren Produkte stark über Design, Technik und Performance definiert sind. Heute spannt sich dieser Bogen zu Mandaten aus der Welt der High-Performance-Manufakturen, darunter KTM und RUF Automobile.
Besonders die Zusammenarbeit mit RUF ist für mich etwas Besonderes. Die Marke aus Pfaffenhausen und Alois Ruf genießen unter Automobilenthusiasten weltweit legendären Status – nicht nur als Veredler, sondern als eigenständiger Hersteller mit außergewöhnlicher technischer Kompetenz. Über die Jahre ist daraus ein enges Vertrauensverhältnis entstanden. Meine Arbeit reicht dort weit über den klassischen Markenschutz hinaus: Sie umfasst auch Verträge, strategische Fragen der Markenführung sowie die Sicherung technischer Entwicklungen.
Gerade bei solchen Marken zeigt sich, dass Markenschutz immer auch bedeutet, die Identität eines Produkts zu bewahren – seine Technik, seine Gestaltung und die Geschichte, die dahintersteht.
Worin liegt heute die größte Herausforderung beim Markenschutz?
Produkte, Designs und Marken verbreiten sich heute weltweit in kürzester Zeit.
Was erfolgreich ist, wird schnell kopiert – oft professionell und international organisiert.
Der Schutz von Marken ist deshalb längst nicht mehr nur eine juristische Frage. Er ist Teil der strategischen Sicherung eines Unternehmens.
Warum arbeiten Luxusmarken mit Ihnen?
Luxusmarken entstehen nicht durch Marketing – sondern durch Substanz. Wer ein Produkt entwickelt, das weltweit begehrt wird, muss seine Identität schützen: Design, Namen, Proportionen, Herkunft.
Wir finden Fälschungen. Ich klettere selbst in den Container – mit der Taschenlampe in der Hand, wenn nötig.
Das Interview führte Melanie Roth, Journalistin und Reporterin beim Bayerischen Rundfunk.